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Sicherheit beim Fahrradfahren!

Für viele Fahrradfahrer*innen sind deutsche Städte ein wahrer Alptraum. In den Jahrzehnten der Subventionierung des Autos hat sich die Infrastruktur für den Individualverkehr klar in Richtung Autofreundlichkeit entwickelt und dabei mehr und mehr des ohnehin knappen Raumes eingenommen. Nur langsam wachsen die Fahrradstreifen oder -wege, oft eher schlecht als recht. Dies führt unweigerlich dazu, dass das Fahrradfahren in der Stadt vielfach gar nicht als Alternative wahrgenommen wird. Wenn es in Betracht gezogen wird, dann überwiegen erstmal die Zweifel bezüglich der eigenen Sicherheit. Aber muss das denn sein?

FAHRRADLAND DÄNEMARK

Dänemark gilt als Fahrradland, Kopenhagen als Fahrradhauptstadt. Dies liegt sowohl an der Begeisterung der Dänen für das Fahrrad als auch an der zur Verfügung stehenden Infrastruktur. Fahrradwege sind an beiden Seite der Straßen in ausreichender Breite zu finden, sodass Überholen jederzeit möglich ist. Zudem sind die meisten Wege durch einen Bordstein von den Fahrbahnen der Autos abgegrenzt, sodass diese nicht einfach auf den Fahrradweg ausweichen können. Die Ampelschaltung ist auf die Radfahrer*innen abgestimmt, wodurch man mit 20km/h, im Grunde genommen ohne anzuhalten durch die gesamte Stadt kommt und damit auch deutlich schneller unterwegs ist als die meisten Autos. Für Linksabbieger gibt es zusätzlich eigene Ampeln, die den Prozess sicherer gestalten. Für zusätzlichen Komfort sorgen rechtsseitige Trittbretter in den Haltezonen, die ein Sitzenbleiben während der Rot-Phasen erlauben.

Für längere Strecken eignen sich insbesondere die Radschnellwege (u.a. „bicycle Snake“). In München seit Jahren in der Planung, erstrecken sich diese quer durch ganz Kopenhagen und bieten Sicherheit bei höherer Geschwindigkeit. Nicht zu vergessen ist die Parkinfrastruktur. Überdachte Stellplätze bis hin zu Fahrradparkhäusern stehen kostenlos zur Verfügung, bieten Sicherheit und schützen das Rad vor der Witterung. Hört sich doch alles ziemlich traumhaft an…

FAHRRADSCHNELLWEGE AUF FÜR DEUTSCHLAND?

Von vielen der genannten Vorteile kann man in Deutschland bislang tatsächlich nur träumen. In mancher Stadt bereits etwas konkreter wird es hingegen beim Thema Fahrradschnellwege. Damit könnten einige der gängigste Probleme für Fahrradfahrer*innen in der Stadt gelöst werden: Das Warten an den zahlreichen Kreuzungen oder das Bilden von Schlangen ohne Überholmöglichkeit, insbesondere aber das Unfallrisiko mit Autos und das generelle Konfliktpotential mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen können um ein Vielfaches verringert werden. Dennoch gibt es noch zahlreiche Hürden zu nehmen, angefangen bei der fehlenden Verankerung der Wege in der Straßenverkehrsordnung. Momentan bietet lediglich ein Arbeitspapier der Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen (FGSV) „Einsatz und Gestaltung von Radschnellverbindungen “ aus dem Jahr 2014 (!!) eine erste Orientierung. Hier lohnt sich ein Blick in Länder wie Dänemark, Belgien und die Niederlande, wo es teilweise schon seit den 80er-Jahren sogenannte Velorouten gibt. Mit Hilfe des dort bestehenden Wissens könnte der Prozess auch hierzulande beschleunigt werden, um einen wichtigen Schritt in Richtung Mobilitätswende zu schaffen.

Darüber hinaus müssen schließlich Flächen umgewandelt werden, um die Anforderungen der sich wandelnden Fahrradmobilität zu erfüllen. Bei den Fahrradschnellwegen geht man von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15km/h innerorts und 30km/h außerorts aus, wofür die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Diese setzen zunächst eine Breite von drei bis vier Metern voraus, wodurch sicheres Überholen jederzeit- und ohne erhöhtes Risiko möglich wird. Das richtige Oberflächenmaterial sorgt für maximalen Fahrkomfort und zusätzliche Sicherheit, ebenso wie eine ausreichende Beleuchtung für die Morgenstunden und den Abend. Im Winter bedarf es einer regelmäßigen Schneeräumung bzw. Enteisung, sodass die Wege auch das ganze Jahr über genutzt werden können. Weiterhin können Service-Points entlang der Wege positioniert werden, welche Luftpumpen, Schläuche, Reifen oder andere Ersatzteile vorhalten und kleinere Reparaturen auch unterwegs erlauben. Daraus erwächst schließlich auch ein wirtschaftlicher Nutzen.

Bei solch einer anspruchsvollen Ausstattung stellt sich natürlich schnell die Kostenfrage. Der Bund bezuschusst jährlich 25 Millionen Euro für den Bau von Fahrradwegen. Den Rest der geschätzten 0,5 – 2 Millionen Euro pro Kilometer müssen die teilweise recht klammen Kommunen selbst tragen. Darüber hinaus wirken die bürokratischen Hürden für viele Interessenten abschreckend. Die Hoffnung liegt hier momentan in der neuen Ampel Koalition sowie einer zukünftigen Berücksichtigung des sog. Carbon Handprints der Fahrradwege. Fahrradfahren ist gesund, vermeidet Emissionen und wirkt sich positiv auf das Stresslevel aus, sofern die Infrastruktur dies zulässt. Diesen positiven Auswirkungen sollten bei der Berechnung der Kosten, etwa mit Hilfe des Lifecycle Costing Ansatzes, Rechnung getragen werden.

SICHERHEIT JETZT?

Da die Fahrradschnellwege also voraussichtlich noch etwas auf sich warten lassen, möchten wir uns in diesem Beitrag auch mit bereits verfügbaren Sicherheitsmaßnahmen für das Fahrradfahren im Straßenverkehr beschäftigen.

Grundsätzlich spielt die Wahl des Fahrrades im Straßenverkehr eine wichtige Rolle. Klar sehen die Vintage Rennräder aus den 80er super aus, sicherheitstechnisch sind sie leider nicht auf dem neuesten Stand. Scheibenbremsen beispielsweise gibt es erst seit Mitte der 1990er Jahre, garantieren aber einen wesentlich kürzeren Bremsweg, vor allem bei Nässe. Fest installierte Lichter oder Reflektoren machen einen auch in der Nacht oder bei schlechter Witterung leichter sichtbar. Hinzu kommt der Zustand des fahrbaren Untersatzes. Falsch eingestellte Bremsen, platte Reifen oder verdrehte Lenker erhöhen das Risiko von Unfällen und wirken sich zudem auf die Langlebigkeit des Rades aus.

Eine technische Neuerung bietet Dashbike mit ihrer Dashcam inklusive Entfernungsmessung, GPS, Gyroskop, Tagfahrlicht und vielen anderen Sensoren. Dahinter steckt die Idee einer Sicherheitskamera für Fahrradfahrer, welche ihre Aktivität in Gefahrensituationen aufnimmt, beispielsweise bei Unterschreitung des vorgeschriebenen Mindestabstandes oder bei Stürzen. Den zweiten großen Bereich bildet die damit verbundene Erhebung der Infrastrukturdaten. Diese dient der Erfassung von Gefahrenpunkten in Städten, was wiederum für die Ableitung von Handlungsempfehlungen genutzt werden kann. Somit tragen Fahrradfahrer*innen durch die Nutzung von Dashbike aktiv zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur bei.

Letztlich gilt es, das Fahrradfahren weiter populär zu machen, um die Notwendigkeit neuer und verbesserter Infrastruktur zu untermauern. Bis dahin liegt viel Potenzial zur Erhöhung der eigenen Sicherheit in der richtigen Ausstattung und natürlich in einer aufmerksamen Fahrweise.

Stay save out there!

Published 14 Jan 2022